Eine zauberhafte Liebesgeschichte …
Poesie in Vollendung
Eine zauberhafte Liebesgeschichte …
Poesie in Vollendung
1. Tag:
Wir haben dem Navigationssystem gesagt, fahr uns auf dem “kürzestens Weg”zum Ziel … Falscher Fehler, wenn man in einem Auto sitzt. Serpentinen hoch, runter, links, rechts auf Berge, wo kein Grashalm mehr wuchs, in Täler, über Flüsse…. Nun ja, wir wollten irgendwo, wo es uns gefällt Halt machen, um dort zu essen und zu übernachten… Tjahaaa, weit gefehlt. In Italien brauchst du vor abends um acht keinen Hunger zu haben und Hotel, Pension, Zimmer???? Nix, Saisonende ist das Zauberwort…Es wurde mittlerweile dunkel, kalt und es regnete in Strömen. In mir machte sich das schleichende Gift der mürrischen Weiber breit. Wir fuhren weiter kreuz und quer Berg hoch und runter und klingelten an verschiedenen “Hotel”Türen, fragten einige Italiener, die sich höchstwahrscheinlich danach mit ihrer “la famiglia” köstlich über uns doofe Touris amüsiert haben….Hotel? Süffisantes kopfschüttelndes Schulterzucken … booo? No lo so…
Dann endlich…ein Hotel, Licht…Wir rein total entnervt und hungrig…ein Kellner in Sicht. Ich bin auf die Knie, habe mir das Boden küssen noch verkneifen können, und flehte zu ihm…”Schlafen und Essen” “Besenkammer auch gut”. Er lachte mich aus und sagte “Zimmer – aaaben wia, Esse krige wia scho”. Gott sei dank, mal abgesehen von fremden Haaren in unserem Bad, in dem ich mir fast die Knie aufgeschlagen habe beim Sitz auf der Kloschüssel und etwas deformierten Matratzen und Kissen, die mir jegliche Möglichkeit auf Schlaf geraubt haben und einen sehr merkwürdig abgestandenen Geruch, einem Salatbuffet bestehend aus einer Schüssel geschnittenen Tomaten, Gurken und geraspelten Möhren, zu dem man sich ein Tütchen Essig und oh Gnade auch Öl nehmen konnte und zum Dessert eine kleine Schüssel Trauben (ich meine DESSERT, halloooo?) bekam, zum Frühstück Automatenkaffe mit abgepackten “Schwarzbrot” und Semmeln, die beim Schmieren zu Staub zerfielen und somit den genussvollen ersten Bissen verwehrten, kann man sagen, dass es in Europa diverse Ansichten über die Vergabe von 3 Sternen eines Hotels wohl gibt. Aber was solls, wir hatten es warm, horizontal und irgendwie auch satt in jedem Sinne des Wortes…
Man sagt, Scherben bringen Glück… aber wer zum Henker braucht schon so viel GLÜCK?
Nun denn, unsere Begegnung mit unseren Burg-Gastgebern begann sehr stressig. Sie sagten brav ihr Begrüßungssprüchlein auf und wurde jäh unterbrochen von panischen, dem Nervenzusammenbruch nahen Gehechel nach einem Müllsack, Klebeband und Kehrschaufel. Ich scheuchte die Meute auf … (Später spürten wir das durchaus bei weiteren Dienstleistungen, die uns gezwungenermaßen gewährt worden). Bis auf das Klebeband bekamen wir auch alles, um zumindest der verschiedenen Heckscheibe erste Hilfe zu leisten. So war also all die Freude leider dem Ärger und dem Entsetzen gewichen, ebenso unsere Lust auf irgendeine große Aktion für den Rest des Tages 2. Wir begangen unser Burgzimmer:
Tag 3:
Sturm, Regen, kalt, nass, perfekt bähhh….
Frühstück, naja, ging so weit… Erwartung wurde etwas enttäuscht, Kaffee
aber war gut. Wir packten uns warm ein und stiegen hinab ins Dorf durch den
Wald, um dort Folie und Klebenband (wusste der Kuckuk, wie…) zu holen
für die Heimfahrt. Mission gelang auf Anhieb in einem der ersten kleinen
Geschäfte. Besser gings nicht. Wir hatten das perfekte Equipment für die
provisorische Heimreise, dass wir im Nachhinein überlegten, es gleich
ganz drauf zu lassen. Wir trieben uns noch weiterhin im Dorf rum, kauften Stefan in
Größe, sage und schreibe 47 1/2 in Italien ein paar Wanderschuhe, tranken wieder
Latte Macchiato intravenös und hatten schon wieder Hunger, denn das Frühstück, naja, war eben nicht der Hit! Aber in Italien darfst du auch nachmittags, frühabends oder gar
vor 12 Uhr Hunger haben! Grotesk, wenn man bedenkt, dass die Italiener
ziemlich beleidigt sind, wenn du nicht so viel isst, dass du dich bald
übergibst, weil sie davon ausgehen, dass es dir nicht schmeckt oder du ja
sonst verhungerst….
Nun, wir wollten Pizza, Trattoria oder irgendein Lokal. Wir bekamen eine Mensa mit Selbstbedienung, in der das halbe arbeitende Volk des Dorfes zu Mittag auf
einmal reinstürmte und aß (das war das Gute daran). Essen konnte also nicht so schlecht sein, sonst würden die bestimmt nicht mehr unter uns weilen, so viel ist sicher. Es war alles in allem nicht so schlecht.
Nun gut, wir fanden uns also damit ab, irgendwie nicht wirklich eine schöne Zeit zu haben und sehnten uns nun doch nach unserem unkomplizierten Zuhause, wo die Welt ja so in Ordnung war…
Tag 4:
Frühstück – Koffer packen – Zahlen – weg…
Ein letzter Kaffee in einer letzten Raststätte bei Sonne in Italien bei herrlichstem
Wetter…toll oder?
Ca. 40 km weiter – Winterwonderland-Brenner und weiter..
5 Stunden später, endlich wieder zuhause. Allein zwischen Schongau und uns(ca. 40 km) habe ich mindestens 8-10 Möglichkeiten an einer Straße gezählt zur Übernachtung oder
Essen oder Beides. Gastfreundliches Deutschland, du hast uns wieder….
Endlich zu Hause…
Ach ja, Stefans Scheibe kostete um die 1.100 Euro… perfekter Kurzurlaub, was?
Es grüßen Euch 2 Reisende, die wissen, wo sie hingehören!
Zwei Tage Arbeit und das Einstiegswerk ist vollbracht. Nun kann der Winter kommen. Mein Blog ist geboren und ich hoffe, dass er im Laufe der Zeit ordentlich gefüttert wird mit Ideen, Inspiration und schönen Sachen. Mit Eurer Hilfe wird mir das sicher gelingen.
Wie alles, was klein anfängt muss auch der Blog erst mal laufen lernen und langsam wachsen. Es soll Spaß machen, ihn zu besuchen. Über jedes Feedback bin ich froh und dankbar.
Herzlichst Eure Maja